Schriftstellerin Mende Nazer
"Sklavin", die Autobiografie von Mende Nazer, ist weltweit ein Bestseller. Vor etwa 30 Jahren wird Mende Nazer in einem südsudanesischen Dorf geboren. Als sie zwölf Jahre alt ist, so steht es in ihrer Autobiografie, überfallen Sklavenhändler das Dorf. Sie wird vergewaltigt, misshandelt und an eine wohlhabende Familie in Khartum verkauft. Dort bleibt sie acht Jahre, eingeschlossen als Haussklavin. Ihre eigene Familie glaubt, die Tochter sei von den Sklavenhändlern ermordet worden. Doch Mende Nazer arbeitet, 18 Stunden am Tag, ohne Bezahlung, ohne freie Tage. Sie lebt wie ein Tier.
Im Jahr 2000 schickt sie ihr Sklavenhalter plötzlich mit falschen Papieren nach Europa, um dort für seine Schwester zu arbeiten. Die ist die Frau eines Diplomaten, der in der sudanesischen Botschaft in London arbeitet. Doch selbst in Europa ändert sich nichts für Mende Nazer. Sie ist weiterhin Sklavin, lebt eingeschlossen in einem schönen Haus in London, verängstigt in der fremden Umgebung. Durch einen Zufall entdeckt sie einen Sudanesen auf der Straße, der ihr hilft, zu fliehen und unterzutauchen.
Mende Nazer beginnt ihren Kampf um Asyl. Und sie lernt, zu leben. Beinahe ihr ganzes Leben lang war sie Sklavin. Sie hat keine Schulbildung und weiß vieles nicht, was für die meisten Menschen selbstverständlich ist. Mende Nazer muss erst lernen, frei zu sein. Für sie ist jedes kleine Ereignis ein Abenteuer.
Doch noch gibt es kein Happy End. Der sudanesische Diplomat wehrt sich vor Gericht. Er sagt, Mendes Geschichte sei eine Lüge. Sie sei eine ordentlich bezahlte Hausangestellte gewesen und niemand hätte sie gefangen gehalten. Mende Nazar muss kämpfen. Ihr größtes Abenteuer ist die Rückkehr zu ihrer Familie in die Nuba-Berge im Sudan.
Am Tag ihrer Flucht begegnet Mende dem britischen Journalisten Damien Lewis. Ihm erzählt sie ihre Geschichte, und er schreibt ihre Autobiografie. Gemeinsam mit der Filmemacherin Mareike Schomerus hat er Mende Nazer sechs Jahre lang begleitet.
2006 wurde sie britische Staatsbürgerin und konnte erstmals ihre Familie in den Nuba-Bergen, wo seit dem Bürgenstock-Abkommen Frieden herrscht, wieder besuchen.
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Vereinsgründung
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Der gemeinnützige Verein Mende Nazer (später Mende-Nazer-Stiftung) wurde am Sonntag, 19.07.2009 in Karlsruhe gegründet.
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Ziele der Stiftung
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Der Zweck des Vereins ist die Errichtung von Bildungsstätten für Kinder und Jugendliche im Gebiet Nuba Mountains, Southern Kordofan, Sudan.
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